„DIN EN steht für hohe Qualität – und Qualität hat ihren Preis!“
40 Gästeführer aus München und Dachau erhalten ihre BVGD-Zertifikate DIN EN
Er kam fast pünktlich, obwohl die Termine eng waren, so wenige Tage nach den Olympischen Spielen in Kanada. Doch gerade vor dem Hintergrund der Bewerbung Münchens als Olympiastadt 2018 war es Münchens Oberbürgermeister Christian Ude ein Anliegen, den Beitrag der Gästeführer zur Vermarktung ihrer Stadt zu würdigen.
Um so mehr freuten sich die Gästeführervereine aus München und Dachau, dass sie zum Abschluss der anstrengenden Ausbildung nach DIN EN zur feierlichen Überreichung der Urkunden vom Oberbürgermeister im Rathaus empfangen wurden.
Ude ergriff die Chance und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, München nicht nur als Bier- und Oktoberfeststadt, sondern künftig noch viel stärker als internationale Stadt der Kunst und Kultur zu präsentieren. Die Stadtgeschichte sei nicht im 19. Jahrhundert stehen geblieben und „König Ludwig I. hat die Stadtentwicklung nicht abgeschlossen“. Vielmehr müsse es bei Gästeführungen darum gehen, „auch und gerade die moderne Stadtentwicklung und die moderne Kunst für den Gast erfahrbar zu machen“. Um München professionell zu vermitteln, sei eine hochkarätige und umfassende Ausbildung erforderlich.
Reidun Alvestad-Aschenbrenner, 1. Vorsitzende des MGV, begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter Ursula Dietmair, Leiterin des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit im Tourismusamt München, und Claudia Weidenkopf, zuständig für die Ausbildung und Vermittlung der offiziellen Münchner Gästeführer. Tatsächlich arbeiten MGV und Tourismusamt künftig bei der Qualitätssicherung noch enger zusammen, indem die umfassende Grundausbildung des Tourismusamtes als wesentlicher Teil der Ausbildung DIN EN verstanden wird, und die Seminare des MGV die weiteren Anforderungen von DIN EN schrittweise abdecken.
Dieses erfolgversprechende und zukunftsorientierte Teamwork zwischen MGV und Tourismusamt München hob auch Dr. Ute Jäger, erste Vorsitzende des BVGD hervor, denn gemeinsam ließen sich die enormen Anstrengungen für DIN EN leichter und erfolgreicher bewältigen.
Dr. Jäger verschwieg nicht die hohen Kosten einer solchen Ausbildung durch umfangreiche Schulungen, Dozentenhonorare und Raummieten, aber das Ergebnis sei auch wirklich wertvoll. „DIN EN steht eben für hohe Qualität – und Qualität hat ihren Preis!“.
Gerade die Tourismusinstitutionen seien aufgefordert, die Bemühungen der Gästeführer mit ihren Werbemaßnahmen zu unterstützen.
„Dieses Qualitätssiegel kann intensiv beworben werden und ist für den Kunden nachprüfbar“, so Dr. Wolther von Kieseritzky, stellvertretender Vorsitzender des BVGD und Leiter des Ressorts „Beruf & Bildung“ beim BVGD. Gerade zurück von der Tagung der FEG in Brüssel, berichtete er, wie sehr man auf europäischer Ebene inzwischen auf dieses Gütesiegel achte.
Anni Härtl, Vorsitzende des Vereins der Dachauer Gästeführer, machte klar, dass die Ausbildung auch zum Austausch und zur Kontaktpflege der Gästeführer beitrage, sogar über die eigenen Vereinsgrenzen hinweg. Und tatsächlich war in den Monaten der gemeinsamen Ausbildung eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Dachauer und Münchner Gästeführern entstanden. Das Teamwork mit dem MGV eröffnete einem kleineren Verein zahlreiche Seminarangebote und erleichterte den Weg zum Standard DIN EN – ein Projekt, das nur zur Nachahmung empfohlen werden kann.
Die Auszeichnung der Dachauer Kolleginnen wurde durch die Teilnahme von Manfred Sers, Tourismusreferent im Stadtrat Dachau, Kulturamtsleiter Tobias Schneider, sowie Hannelore Engel und Elfriede Oswald von der Dachauer Tourismusinformation, gewürdigt und von der Tourismuswirtschaft Dachaus entsprechend wahrgenommen.
Insgesamt boten der festliche Rahmen, die Ansprachen und der anschließende intensive Meinungsaustausch reichlich Gelegenheit, die Rolle und die Berufsethik der offiziellen Gästeführer intensiv zu erörtern. Ein erfreuliches Signal für die Qualität der Gästeführerausbildung in München und Dachau!
Georg Reichlmayr
Münchner Gästeführer Verein e.V.
www.mgv-muenchen.de
Viel Freude und Schweiß -
Stadtführer des Vereins RegioColonia e.V. erwerben das Gästeführerzertifikat DIN EN
Nach der ersten Nachricht, dass dem BVGD der Durchbruch gelungen war und Gästeführer nun ein BVGD-Zertifikat DIN EN erwerben können, war klar, dass aus unserem Kreis etwa die Hälfte mit von der Partie sein wollte.
Auf der Jahreshauptversammlung des BVGD in Celle 2009 erkundigten wir uns nach den Details, dann ging es mit vollem Elan an die Arbeit.
Da RegioColonia e.V. gleichzeitig eine Ausbildung nach der DIN EN Norm 15565 anbietet, konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: für die „Anfänger“ war alles neu, aber auch „alte Hasen“ erfuhren Unbekanntes. Außerdem lernten sich die „neuen“ und die „alten Hasen“ im gleichen Seminar kennen, spätestens beim gemütlichen Austausch nach einer Schulung. Aufgrund der positiven Lernsituation nahmen die meisten mehr Seminare wahr als sie benötigt hätten.
Da die Veranstaltungen für alle offen waren, kamen auch eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen, die nicht beabsichtigen, das BVGD-Zertifikat DIN EN zu erwerben. Besonders gut bleiben die gemeinsamen Ausflüge im Gedächtnis: einmal eine Erkundung mit dem Förster Jürgen Kerstin durch das Oberbergische Land sowie die Ausstellungsbesuche zu „2000 Jahre Varusschlacht“ in Kalkriese und Detmold.
Der „harte Kern“ – zehn bis zwölf Teilnehmer – traf sich seit März 2009 mindestens zweimal im Monat. Dieser Kreis setzte sich aus Teilnehmern der letzten drei Schulungen zusammen, die wir nach den Richtlinien des BVGD veranstaltet hatten. Wir hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen: Es ging nicht nur um das Zertifikat DIN EN, sondern jeder wollte auch wirklich etwas lernen. Das stellten wir vor allem während eines Kompaktseminars fest, als wir merkten, dass der Dozent es wohl gar nicht gewohnt war, dass alle Teilnehmer begierig waren, etwas zu lernen und höchste Ansprüche an ihre eigene Arbeit stellten.
Das Schwierigste während der Zertifizierungsphase war, alle Teilnehmer an drei Terminen zu den jeweils zweitägigen Pflichtseminaren unter einen Hut zu bringen.
Die drei Kompaktseminare waren zeitlich und finanziell gesehen die größte Hürde. Zwar hatten alle Guides zahlreiche Stunden zum Thema „Stimme, Sprechtraining“ sowie „Mimik, Gestik“ absolviert, allerdings nicht zusammenhängend an zwei aufeinander folgenden Tagen. Spät, aber immerhin fanden wir auch die gemeinsamen Termine für diese letzte Hürde.
Auch wenn die Zertifizierung viel Zeit und Energie – und manchmal auch viel Schweiß - kostete, so hat sie auch viel Freude bereitet und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Außerdem sind wir stolz, in Köln die ersten Guides mit BVGD-Zertifikat DIN EN zu sein.
Ilona Priebe
RegioColonia e.V.
www.regiocolonia.de
