Quo vadis BVGD - Das Interview
Der BVGD sucht neue Plattformen


Dr. Ute Jäger auf dem Messestand des BVGD auf der ITB:
"Wir gehören jetzt dazu."

2009 und 2010 entschied sich der Vorstand des BVGD für mehrere Mitgliedschaften in Tourismusverbänden sowie für die Teilnahme an der ITB in Berlin. Dabei handelt es sich um zeitlich und finanziell aufwändige Projekte, die den Gästeführern neue Kontaktmöglichkeiten eröffnen sollen. Dr. Ute Jäger, Vorsitzende des BVGD, fasst die Erwartungen zusammen. CICERONE führte das Gespräch am Rande einer Vorstandssitzung in Nürnberg im April 2010.

CICERONE: Der Marathon an Gesprächsterminen und Reisen für den BVGD begann schon Ende des vergangenen Jahres. So nahmen Sie gemeinsam mit Dr. Wolther von Kieseritzky im November 2009 am DTV Tourismustag in Dresden und am BTW-Tourismusgipfel in Berlin teil. Worum ging es da?

Dr. Ute Jäger: Das sind regelmäßige Termine mit Vertretern der Tourismusbranche und der Tourismusindustrie, die wir bereits seit Jahren wahrnehmen. Beim DTV-Tourismustag kommen die Vertreter der Kommunen und Länder zusammen. Das Wichtige dabei ist, dass man Leute kennenlernt und Netzwerke schließt und diese dann auch regelmäßig pflegt. Nur auf Dauer bringt das dann Erfolge. Ich bin jetzt im dritten Jahr Vorsitzende im BVGD und spüre das Hineinwachsen in diese Netzwerke. Man begrüßt sich dann schon freundschaftlich.

CICERONE: RDA, DTV, DRV – seit vergangenem Jahr ist der BVGD Mitglied in einer ganzen Reihe namhafter touristischer Verbände geworden. Und diese Mitgliedschaften kosten viel Geld! Welche Vorteile sollen sich denn für unsere Mitglieder daraus ergeben?

Dr. Ute Jäger: Die Teilnahme an Treffen und Tagungen dieser Verbände erbringt zunächst keinen messbaren Erfolg für das einzelne Mitglied, sondern es ist vielmehr das Kennenlernen von Möglichkeiten und Entwicklungschancen, die der BVGD dann wahrnehmen kann. Wir sind ja nicht Mitglied in kleinen „Verbändchen“, sondern in den wichtigsten touristischen Verbänden in Deutschland und in Europa, durch den DRV sogar weltweit. Dadurch öffnet und weitet sich unser Blick und zeigt uns den Weg zu bislang verschlossenen Informationen und Zusammenhängen auf. Mittelbar werden sich daraus auch Vorteile für die einzelnen Gästeführer ergeben.

CICERONE: Wie wird eigentlich der BVGD von diesen Tourismusverbänden wahrgenommen – eher skeptisch oder mit offenen Armen?

Dr. Ute Jäger: Skeptisch gar nicht, mittlerweile sind wir akzeptiert. Die frühere Ochsentour an einigen Treffen macht sich bezahlt und wir werden nun mit offenen Armen empfangen. Wir gehören jetzt dazu.

CICERONE: Wurde das BVGD-Zertifikat DIN EN bereits wahrgenommen?

Dr. Ute Jäger: Das Thema wird mit Interesse verfolgt. Ganz wichtig war zum Beispiel, dass wir im vergangenen Herbst mit unserem Ausbildungsmodell an dem Wettbewerb des deutschen Tourismuspreises beim DTV teilgenommen haben. Dort haben wir unsere Richtlinien eingereicht und sie wurden von einem hochkarätigen Fachgremium begutachtet. Man hat sich also intensiv damit auseinandergesetzt und darüber ausgetauscht. Das wird weitere Kreise ziehen.

CICERONE: Stehen noch weitere Mitgliedschaften an?

Dr. Ute Jäger: Wir haben bereits einen Antrag auf Mitgliedschaft bei der DZT gestellt, mit der uns ja bereits ein jahrelanges Kooperationsverhältnis verbindet, das wir nun in eine Fördermitgliedschaft umwandeln möchten. Der Nutzen für den BVGD liegt darin, dass wir bei der DZT einen Sitz im Beirat erhalten werden. Das eröffnet uns den Zugang zu Gesprächspartnern aus Politik und Wirtschaft. Gerade für uns als Freiberufler ist dies eine sehr interessante Mitgliedschaft.

CICERONE: Und dann folgte im März 2010 die Premiere des BVGD auf der ITB in Berlin – ebenfalls ein kostenintensives und aufwändiges neues Projekt! Was waren Ihre ersten Erfahrungen?

Dr. Ute Jäger: Die ITB ist zweifellos die größte und wichtigste Tourismusmesse der Welt und unsere Präsenz hat sich als sehr wichtig und richtig erwiesen. Wir konnten zahlreiche Kontakte schließen, die ebenfalls ausgebaut werden sollen.

CICERONE: Wird der BVGD dauerhaft auf der ITB vertreten sein?

Dr. Ute Jäger: Davon gehe ich aus.

CICERONE: Über die Gestaltung der neuen Imagebroschüre des BVGD wurde auf der JHV in Freiberg intensiv diskutiert. Wie wurden die Werbematerialien des BVGD denn von den Messebesuchern aufgenommen?

Dr. Ute Jäger: Ausgesprochen positiv! Das frische, neue Auftreten in den Werbematerialien kam sehr gut an. Die Leute haben speziell die Imagebroschüre gelobt und können sich damit auf wenigen Seiten einen schnellen aber umfassenden Überblick über unsere Arbeit verschaffen. Das konnten wir bislang so nicht bieten. Dafür haben wir nun ein adäquates Medium.

CICERONE: Welche langfristigen Konsequenzen erwarten Sie von den genannten neuen Aktivitäten des BVGD?

Dr. Ute Jäger: Weitere Professionalität unseres Verbandes, weitere Akzeptanz und Anerkennung unserer Tätigkeit als Gästeführer in Deutschland und in Europa.

CICERONE: Frau Dr. Ute Jäger, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Dr. Ute Jäger, Vorsitzende des BVGD
Georg Reichlmayr, Redaktion CICERONE






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