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Der Erfahrungsaustausch der Gästeführer untereinander ist ein wichtiges Anliegen des BVGD.
Der BVGD unterstützt deshalb alle Initiativen seiner Mitglieder, die dem Austausch untereinander dienen, und vermittelt hierzu Kontakte.
An dieser Stelle veröffentlichen wir die Berichte unserer Mitglieder über überörtliche Aktivitäten.
Inzwischen haben zahlreiche regionale Gästeführertreffen stattgefunden, die von besonders engagierten BVGD-Vereinen organisiert wurden.
Hier ist ganz besonders der unermüdliche Einsatz von Ursula Franz vom Münchner Gästeführer Verein zu erwähnen.
Durch diese Treffen, die dem Kennenlernen und der Weiterbildung dienen, können Gästeführer aus der Umgebung auf den BVGD aufmerksam gemacht werden.
Eine regionale Vernetzung der Aus- und Weiterbildung ist wichtig für eine qualitativ gute Information der Gäste und für die Akzeptanz und Kooperation der Gästeführer untereinander.
Auch die BVGD-Zertifizierung kann in regionaler Zusammenarbeit organisiert werden. Damit lässt sich insbesondere für kleine Vereine der Aufwand erheblich reduzieren.
Gästeführer können mit ihrem Wissen über lokale und regionale Themen gemeinsam ortsüberschreitende Führungen erarbeiten und anbieten.
Erster Brandenburger Gästeführertag in Potsdam am 26. Januar 2010
Der Einladung von Potsdam-Guide e.V. zum ersten Brandenburger-Gästeführertag am 26.01.2010 folgten zur Freude der Gastgeber viele Kolleginnen und Kollegen aus der Region Brandenburg.
Eine gute Vernetzung, konstruktive Zusammenarbeit sowie Weiterbildung haben für alle Gästeführer gerade im Zusammenhang mit der Gästeführerausbildung DIN EN besondere Bedeutung.
Dementsprechend vielseitig war das Tagungsprogramm gestaltet. Dazu zählten ein Fachvortrag zu den Themen „Vertragsrecht“ und „Scheinselbstständigkeit“ sowie thematische Rundgänge durch Potsdam, welche die Baustelle des Schlossplatzes, das Holländische Viertel oder den Stadtkanal zum Ziel hatten.
Der Tagungsort, das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte am Neuen Markt, und ein militärgeschichtlicher Pfad waren in das Führungsprogramm eingebunden.
Strahlender Sonnenschein ließ alle Teilnehmer dieser Exkursionen die Kälte vergessen.
Kulinarisch blieb kein Wunsch unerfüllt, so dass es nachmittags mit Energie in die Workshops ging.
In konzentrierter Gruppenarbeit wurden diverse Themen, wie „Führungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, oder „Umgang und Verhandlung mit öffentlichen Auftraggebern (Honorare)“ diskutiert.
Zu guter Letzt – und das spricht für die Akzeptanz dieser Tagung - konnte für das nächste Jahr ein Ausrichter des zweiten Brandenburger-Gästeführertags gefunden werden. Gleich vormerken: Mühlberg am 25.01.2011.
Das Regionaltreffen wird unbedingt zur Nachahmung empfohlen!

Achter Bayerischer Gästeführertag in Rosenheim vom 25. bis 26. Januar 2010
Ende Januar 2010 fand nun bereits zum achten Mal in Folge unter der Leitung von Ursula Franz, Ehrenvorsitzende des Münchner Gästeführervereins e.V. (MGV), das von ihr 2003 ins Leben gerufene jährliche Treffen der bayerischen Gästeführer statt.
Mit knapp einhundert Teilnehmern gab es wieder eine beachtlich hohe Beteiligung. Als Ehrengäste begrüßte Ursula Franz die Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Bauer sowie den Bayerischen Staatsminister der Finanzen, Georg Fahrenschon, außerdem die Vorsitzende des BVGD, Dr. Ute Jäger und den Vorsitzenden des ausrichtenden Vereins „Stadtführerzunft Rosenheim“, Stefan Kürschner. Auch aus dem benachbarten Österreich erschienen fünf Gäste, darunter Gundi Gabner aus Linz, Branchensprecherin der Wirtschaftskammer Oberösterreich.
Gabriele Bauer betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung lebenslangen Lernens für die erfolgreiche Vermarktung und Vermittlung einer Stadt oder einer großen Tourismusregion wie Rosenheim. Der Tourismus wandle sich, die Ansprüche wüchsen und alle am Tourismus Beteiligten müssten sich ständig auf diese neuen Ansprüche einstellen.
Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon unterstrich durch seinen Besuch die Bedeutung, die der Bayerische Gästeführertag inzwischen erreicht hat, und stellte fest: „Die Staatsregierung freut sich, dieses Engagement für Qualität und für den Aufbau eines starken Netzwerks zu unterstützen“. In seiner Ansprache erläuterte er den Wirtschaftsfaktor Tourismus für den Freistaat, wonach Bayern bei den Übernachtungszahlen nach wie vor an der Spitze der Bundesländer stehe, und er vermittelte einen Einblick in die bestehende und künftige Wirtschaftsförderung im Tourismus, insbesondere im kommunalen und gewerblichen Bereich sowie für das Marketing. Der Gästeführertag bot somit Gelegenheit zum Meinungs- und Informationsaustausch auf hoher landespolitischer Ebene.
Doch dienen diese jährlichen Zusammenkünfte in erster Linie dem wichtigen Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Gästeführern, den Vereinen und den Tourismusinstitutionen sowie zur Information über die einheitliche Aus- und Fortbildung nach den Richtlinien des BVGD.
Hier sind oft, gerade von kleineren Vereinen, die Erfahrungen der Kollegen gefragt, die bereits eine BVGD-Zertifizierung durchgeführt haben. Erfreulich war in diesem Zusammenhang die Teilnahme von sechs Tourismusinstitutionen, die für die Ausbildung der jeweils örtlichen Gästeführer zuständig sind und denen daher eine besondere Bedeutung für die Umsetzung der Qualitätsanforderungen zukommt.
Dr. Ute Jäger informierte die Anwesenden über die Aufgaben, die Serviceleistungen sowie das politische und gesellschaftliche Netzwerk des BVGD,
Georg Reichlmayr und Christiane Haack, beide im Vorstand des MGV, berichteten über die Münchner Erfahrungen bei der Umsetzung von DIN EN. Während Georg Reichlmayr einen generellen Überblick zum Zertifikat bot, schilderte Christiane Haack die Vorgehensweise des MGV bei der Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen und bot anderen Vereinen beratende Unterstützung an.
Auf großes Interesse stieß das Referat von Mag. Phil. Wolfgang Rodlauer vom Institut für Sprach- und Unternehmenskultur Rodlauer KEG in Linz zum Thema „Der rote Faden für eine nachhaltige Führung am Beispiel Linz, der Kulturhauptstadt 2009“.
Im Rahmen der Tagung stellte Dr. Peter Miesbeck das Projekt des Aufbaus und der Zukunftsperspektiven des Rosenheimer Ausstellungszentrums „Lokschuppen“ vor, wo bisher 36 Landes- und Sonderausstellungen mit insgesamt 2,5 Millionen Besuchern stattfanden. Josephine Hafner, Leiterin des Projekts Landesgartenschau 2010 und Marketingchefin, informierte schließlich umfassend über diese bevorstehende Großveranstaltung, zu der ca. 800.000 Besucher in Rosenheim erwartet werden und die somit ein bedeutendes Ereignis für die Stadt darstellt.
Zum Abschluss bot die Tourist-Info den Teilnehmern wahlweise mehrere Führungen durch Rosenheim an, die trotz klirrender Kälte an diesem Nachmittag gut besucht waren.
Ursula Franz und Reidun Aschenbrenner, Vorsitzende des MGV, bedankten sich bei der Leitung des Kultur- und Kongresszentrums, der Tourist-Info Rosenheim und der Stadtführerzunft für die Unterstützung dieser Veranstaltung.
Das nächste Treffen der bayerischen Gästeführer wird vom 21.01. bis 22.01.2011 in Landshut stattfinden.

Heidelberger Gästeführer-Forum 2009
Wormser Gästeführer besuchen das Heidelberger Gästeführer Forum 2009
Für die Interessengemeinschaft Wormser Gästeführer (IWG) ist es bereits Tradition, das Gästeführerforum Rhein-Neckar-Odenwald zu besuchen.
Diesmal nicht wie sonst im Odenwald, sondern in Heidelberg. Die Heidelberger Kollegen boten ihren über 100 Gästen unter dem Motto „Romantisches Heidelberg – Mythos und Realität“ ein umfangreiches Programm.
In einem kurzweiligen Vortrag zu „Heidelberg – poetische Landschaft und Gedächtnisort“ von Prof. Dr. Dietrich Harth, hörten wir vom „Mythos Heidelberg“, der vor gut 200 Jahren mit der Wiedereröffnung der Universität begann.
Nach dem Essen verteilten wir uns auf sechs unterschiedliche Führungen zu den wichtigsten Themen der Stadt und im Anschluss gab es Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit altbekannten oder neuen Kolleginnen und Kollegen.
Am Ende übernahm Maria Storf-Felden für die Wormser Gästeführer (IWG) den symbolischen „Stab“ für die Ausrichtung des Gästeführerforums Rhein-Neckar-Odenwald 2010.
Die Rotation der Gastgeberstädte ist sehr begrüßenswert, denn jede Stadt ist Mittelpunkt einer etwas anders ausgerichteten Region und erweitert so den Kreis der Bekanntschaften und bringt Veranstalter und Teilnehmer reihum in ein neues „Zentrum der Möglichkeiten“.
Man darf gespannt sein, welch bunte und kreative Mischung von Gästeführerkollegen sich am 13.11.2010 in Worms zusammenfinden wird.
Das persönliche Kennenlernen aus dem nahen bis mittelweiten Umfeld und die Gelegenheit zum Gedankenaustausch sind ganz wichtige Voraussetzungen für eine gelungene regionale Vernetzung, die sich letztendlich nur positiv auf die eigene lokale Arbeit der Gästeführer auswirken kann.
Einige vernetzte Aktivitäten der IWG schlossen sich direkt an das Gästeführer-Forum an. Mit Birgit Klar aus Michelstadt pflanzten wir im Wormser Schul- und Erlebnisgarten einen jungen Birnbaum der „Seckel Löb“-Sorte, die vom Wunderrabbi Seckel Löb Wormser aus Michelstadt im 19. Jahrhundert gezüchtet wurde. Der Baum soll als natürliches Zeichen für die Jahrhunderte alte jüdische Tradition in unserer Region stehen.
Mit Kollegen aus Groß-Umstadt im Odenwald, besuchten wir dort eine Glasfensterfabrik, in der die „Hindorf“- Fenster des Wormser Doms gefertigt wurden.
Eine große Herausforderung im Jahr 2010 für uns Gästeführer stellt das Ereignis „Staufer-Jahr“ dar. Durch die Mannheimer Ausstellung ab September „Die Staufer und Italien“ angeregt, bieten „betroffene“ Städte und Orte der Stauferregion Rhein-Neckar eigene Angebote zum Thema Staufer an. So auch Worms. Um für unsere „Staufer-Führungen“, die im Mai beginnen, besser gerüstet zu sein, beteiligten wir uns an einer Exkursion in das Stammland der Staufer.
Heidi Feickert, (Mannheimer GF und IWG), organisierte für eine Gruppe von Kollegen aus Mannheim, Lorsch, Kaiserslautern, Weinstraße und Worms eine Spurensuche im Ursprungsland der Staufer. Der Besuch von Bad Wimpfen, Lorch, Schwäbisch Gmünd und dem Hohenstaufen lieferte ein facettenreiches Hintergrundwissen, das unsere jeweiligen Darstellungen bereichern wird.
Maria Storf-Felden
Interessengemeinschaft Wormser GästeführerInnen IWG

Gästeführertag Sachsen-Anhalt in Magdeburg -
Aufbruch in die Gotik

Siebter Bayerischer Gästeführertag in München vom 19. bis 20. Januar 2009
Dieses Jahr fand nun schon zum 7. Mal das von Ursula Franz ins Leben gerufene Treffen der bayerischen Gästeführer statt. Dabei übernahm der Münchner Gästeführer Verein e.V. (MGV) nach 2003 erneut sowohl die Organisation als auch die Ausrichtung.
Bei diesen Veranstaltungen wurden bisher nicht nur zahlreiche für die Gästeführer interessante Themen behandelt, sondern auch der Anstoß gegeben für die Gründung von sechzehn neuen Gästeführervereinen in verschiedenen Städten Bayerns. Ursula Franz konnte in diesem Jahr Gästeführer aus zwanzig bayerischen Städten sowie zehn Vertreter von Tourismus-Institutionen, außerdem Gäste aus Freiburg/Breisgau und unserem Nachbarland Österreich begrüßen.
Als Ehrengäste waren anwesend Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Präsident des Deutschen Städtetags, Hedda Manhard, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Tourismusamts München sowie Dr. Ute Jäger, 1. Vorsitzende des BVGD.
Christian Ude betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Gästeführer, die mit ihren Kenntnissen als „Botschafter“ wesentlich zur Vermittlung eines positiven Bildes einer Stadt und einer Region beitragen würden. Er wies auf die touristische Nachhaltigkeit der großen kulturellen Veranstaltungen hin, wie die Fußball-WM und den Papstbesuch in Bayern 2006. Allein die Feierlichkeiten zum 850. Stadtgeburtstag im vergangenen Jahr brachten München zwei Millionen Besucher. Obwohl die Tourismusbranche als relativ krisensicher gilt, sei sie doch von der momentanen Weltkonjunktur abhängig und somit Schwankungen unterworfen. Daher müsse in diesem Jahr mit Einbrüchen und entsprechenden Auswirkungen auf die Zahl der Touristen gerechnet werden.
Hedda Manhard betonte in ihrer Rede die gute Zusammenarbeit zwischen Tourismusamt und MGV. Das Tourismusamt München sei von den BVGD-Ausbildungsrichtlinien überzeugt und richtet seit vielen Jahren die Ausbildung der Gästeführer danach aus. So ist die aktuelle Gästeführerausbildung bereits Teil der umfangreichen Zertifizierung DIN EN und wird durch Schulungen des MGV fortgesetzt werden.
Dr. Jäger stellte den Anwesenden die Aufgaben und den Service des BVGD vor, wie Berufshaftpflichtversicherung, BVGD-Ausweis und CICERONE.
Wichtige Themen der Tagung in München waren die „Chancen und Risiken für Gästeführer bei der Werbung auf Internet-Portalen“ (vgl. „Im Blickpunkt“, S. 21), sowie Fragen zu “Recht, Steuer und Versicherung“, die in einer ausführlichen Podiumsdiskussion zwischen Gästeführern und Tourismusämtern von Dr. Monika Hufenbach, Unternehmensberaterin und Seminarleiterin des BVGD, erörtert wurden.
Claudia Weidenkopf, Leiterin der Abteilung Gästeführervermittlung am Münchner Tourismusamt, betonte, wie wichtig es auch für die Tourismusämter sei, zwischen Auftragsvergabe und Vermittlung klar zu unterscheiden und die berufliche Selbstständigkeit der Gästeführer zu beachten.
Der nächste Bayerische Gästeführertag findet am 25. und 26.Januar 2010 in Rosenheim statt.

"Linz. Verändert": Ostbayerische / Oberösterreichische Gästeführertagung in Europas Kulturhauptstadt 2009

Am 22.11.2008 lud Georg Steiner, Tourismusdirektor der Stadt Linz/Oberösterreich Gästeführer aus Ostbayern und Oberösterreich zu einer Tagung nach Linz ein. Das Seminar war gedacht als Schulterschluss zwischen den oberösterreichischen Gästeführern und den ostbayerischen Kollegen und als Einstimmung auf das Jahr 2009, in dem sich Linz als Kulturhauptstadt Europas präsentiert. Ursula Franz, Vorsitzende des Münchner Gästeführer Vereins e.V. reiste auf persönliche Einladung nach Linz. Die Kulturhauptstadt 2009 wirbt mit zeitgenössischer Geschichte und moderner Inszenierung und öffnet Türen für neue Experimente sowie für eine neue Konzeption der Stadtführung: „Linz.Verändert“. Nachmittags wurde den Teilnehmern durch die Austriaguides die neu eröffnete Ausstellung im Schlossmuseum „Kulturhauptstadt des Führers“ präsentiert sowie eine Stadt- und Themenführung. Die Ausstellung im Schlossmuseum vermittelt vorwiegend neue, bisher wenig bekannte Aspekte aus der Jugendzeit Hitlers. Aufgrund der eng verbundenen Geschichte Bayerns und unseres Nachbarlandes wird der MGV seinen Mitgliedern im Juni 2009 eine zweitägige intensive Kulturreise nach Linz anbieten. Eine Idee, die vielleicht auch für andere Vereine von Interesse ist. Weitere Informationen unter www.linz.at. Wir wünschen allen Verantwortlichen in Linz, die an diesem wirklich großen Programm mitwirken, viel Erfolg für die Präsentation ihrer Stadt als Kulturhauptstadt Europas 2009!

Zu Gast beim Gästeführertreffen in Gdansk -
Polnische Gästeführer zwischen Reformen und Sicherung des eigenen Marktes
Bereits im Frühjahr erreichte uns die Einladung unserer Kollegen aus Gdansk (Danzig), zum "1. Internationalen
Tourist Guide Seminar" anlässlich des 28. Welttourismustages vom 27.09. bis 29.09.2007 in Polen. Einladungen ergingen an
Kollegen aus den europäischen Hauptstädten, denen Berlin, Heidelberg, Wien, London, Kopenhagen und St. Petersburg folgten.
Paris hat leider kurzfristig abgesagt, in den anderen Ländern hat sich auf Grund der laufenden Saison niemand bereit erklärt
zu kommen – und wir, die wir da waren, können uneingeschränkt sagen: sie haben etwas verpasst! Die Polen präsentierten sich
äußerst gastfreundlich und sehr interessiert an all unseren Informationen! Die polnischen Kollegen wollten die veränderte
Situation der Gästeführer nach der Transformation (Wende) in Polen analysieren. Sie wollten die Organisation, Ausbildung,
Qualifikation bzw. Zertifizierung der Gästeführer in ver-schiedenen europäischen Ländern kennen lernen und überlegen, wie man
nach dem Beitritt Polens zur EU im Jahre 2004 die Rechtslage der Gästeführer in Polen an die europäische Norm anpassen kann.
Die Vorträge und Workshops sollten einen Überblick über die willkommenen bzw. unerwünschten Folgen der "Öffnung" des Marktes
geben und mit den Erfahrungen der Kollegen aus anderen europäischen Ländern vergleichen. Es wurde lebhaft diskutiert, wie viel
Reformen und wie viel eigene Tradition zukünftig notwendig ist, aber eines war unbestritten: Man kann die "Professionalisierung"
der Tätigkeit eines Gästeführers nicht aufhalten, auch wenn zunächst offen bleibt, inwiefern es ein Hobby oder ein Beruf ist.
In Polen selbst war die Tagung hochkarätig aufgestellt. Unterstützt durch das Tourismusministerium, waren aus jedem
Tourismusverein (Bergführer, Reiseleiter, Gästeführer) die jeweiligen Vorstände eingeladen. Etwa 200 Leute waren anwesend,
abgesehen von den zahlreichen Honoratioren. Nach anstrengender Tagesarbeit wurden zwei wunderbare Abendveranstaltungen
organisiert: Ein feuchtkühler Abend unter freiem Himmel in der berühmten Waldoper hat uns mit kulturellen Highlights, kulinarisch
rustikalem Wildschwein vom Spieß und jeder Menge Bier und Musik ordentlich eingeheizt. Als Kontrastprogramm gab es am nächsten
Abend die klassische Gala mit überdimensional riesigem Mitternachtskuchen, der doch tatsächlich für alle anwesenden 200 Gäste
gereicht hat!

Städte übergreifende Projekte und Kontakte -
Regionaltreffen in Halle
Im März 2007 folgten etwa 15 Gästeführer aus Halle und Umgebung der Einladung zu einem Gedankenaustausch. Nach einleitenden
Informationen über die Jahreshauptversammlung des BVGD in Wiesbaden folgten Diskussionen über unterschiedliche
Organisationsarten von Stadtführungen in den einzelnen Ortschaften. Hauptanliegen unseres Treffens war jedoch die bessere
Vernetzung der Gästeführer untereinander, da es gerade im Bundesland Sachsen-Anhalt einige übergreifende touristische
Projekte gibt. So verbindet zum Beispiel der Name Martin Luther die Städte Eisleben und Wittenberg mit der Stadt Halle,
in der die Martin-Luther-Universität eine reiche Tradition besitzt, und wo in der Marktkirche die Totenmaske des
Reformators zu besichtigen ist. Solche Städte übergreifende Themen führen zu Aufträgen, bei denen nicht nur Stadtführungen,
sondern auch Tagestouren gewünscht werden. Im März 2008 wird das Mitteldeutsche Gästeführertreffen fortgeführt, um die
Beschlüsse der BVGD-Jahreshauptversammlung von Magdeburg zu diskutieren. Außerdem sollen die Gästeführer aus den
umliegenden Orten, die noch als "weiße Flecken" im BVGD gelten, für eine Mitgliedschaft im Bundesverband
gewonnen werden.
Dr. Roselies Meder, Hans-Joachim Gunkel
Interessenverband Hallesche Gästeführer

Saarpfälzisches Regionaltreffen in Kaiserslautern -
Eine Idee nimmt Gestalt an
Die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen, ist für jeden, der einmal bei einer
Jahreshauptversammlung des BVGD dabei war, immer eine spannende Sache. Umso mehr die Vorstellung, Kolleginnen und
Kollegen aus der eigenen Region zu begrüßen, ihnen die eigene Stadt zu zeigen und ihr Interesse zu wecken! Die
Diskussion um die Wichtigkeit des Tourismus gibt es in allen Orten und die Möglichkeit, Synergien zu nutzen, ist
gefragt. Auf der JHV in Wiesbaden wurde in kleinen Gesprächsgruppen festgelegt, dass es ein Regionaltreffen noch
im Sommer 2007 geben sollte, wobei wir den Bogen nach Westen spannen wollten – immerhin war inzwischen der Verein
der Saarland-GästeführerInnen gegründet worden. Und weil ebenso die Südwestpfalz teilnahm, bot sich das im Mittelpunkt
liegende Kaiserslautern als Treffpunkt an. Als Referent konnten wir Christian Frick vom BVGD gewinnen, der uns über
das Thema "Gästeführung – eine Chance für den Tourismus – am Beispiel Gelnhausens" informierte.
Silke Kretzschmar
Barbarossa Gästeführer Kaiserslautern e.V.
www.gaestefuehrer-kaiserslautern.de
Silke Kretzschmar von den Lauterer Barbarossa Gästeführern lud im Juli 2007 zu einem regionalen Treffen ein. Wir
kamen zu sechst aus Heidelberg, erwartungsvoll und neugierig, denn Kaiserslautern war wohl als WM-Austragungsort in
unser Bewusstsein gedrungen, aber sehr viel mehr Gedanken hatten wir uns über die Heimat des 1. FCK bisher nicht
gemacht. Im Casimirsaal, der "guten Stube" der Stadt, wurden wir bei einem Umtrunk begrüßt. Wir erfuhren, dass
Kaiserslautern nicht nur Sitz einer bedeutenden Technischen Universität und zahlreicher Fraunhofer- und
Forschungsinstitute ist, sondern auch Zentrum für IT-Firmen. "Von der Torfabrik - zur Denkfabrik", heißt
der städtische Werbeslogan. Vis-à-vis des Casimirsaals steht das 84 m hohe Rathaus aus den 1960er Jahren, eines der
Wahrzeichen der Stadt. Dort haben wir uns auf der Dachterrasse ordentlich durchwehen lassen und den fabelhaften
Rundblick genossen. Anschließend standen ein historischer Stadtrundgang und eine Kostümführung mit "Eleonore von
Simmern, der Fürstin von Lautern" auf dem Programm. Das Treffen endete nach dem offiziellen Tagungsprogramm mit
einer angeregten Diskussion über weitere Möglichkeiten regionaler Zusammenarbeit.
Barbara Lorenz
Heidelberger Gästeführer e.V.
www.heidelberger-gaestefuehrer.de

Neuntes Ostbayerisches Gästeführerseminar in Regensburg
Pünktlich fiel am 10. November 2007 der erste Schnee, als über 200 Gästeführer aus Niederbayern und der Oberpfalz
in die Welterbestadt Regensburg kamen, um sich in Fachvorträgen zu informieren und die Regensburger Gästeführer
kennen zu lernen. Im Namen der Stadt begrüßte Kulturreferent Klemens Unger die Teilnehmer. Er erinnerte an die Zeit,
als es nur 25 Gästeführer gab, die sehnsüchtig auf Touristen warteten, während heute 130 Gästeführer im Einsatz sind
und jährlich über 6.000 Führungen bewältigen. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern, Dr. Michael Braun,
erläuterte das veränderte Reiseverhalten der Deutschen und den Trend zur Kurzreise, der den Städten ein Wachstum von
8% bescherte. Er betonte, dass in einer Tourismusregion, die wie Ostbayern auch Erholungsurlaub und Landschaftserlebnisse
vermittelt, die Dienstleistungsqualität besonders hoch sein müsse. In diesem Zusammenhang sprach er den Gästeführern
ein großes Lob aus, sind sie doch diejenigen, die den engsten Kontakt zum Gast haben. Karin Hetzenecker von KultTouren,
dem Verband der Regensburger Gästeführer, betonte den Netzwerk-Charakter, den die Veranstaltung für alle Teilnehmer habe.
Es sei wichtig, dass die Ostbayerischen Gästeführer nicht nur in ihrer eigenen Stadt Bescheid wüssten, sondern den Gästen
auch weitere Destinationen empfehlen könnten. Den ersten Fachvortrag hielt Christian Frick, Vorstandsmitglied des BVGD,
zum Thema "Mit einem Bein im Schuldenturm? Versicherungsfragen bei Gästeführern". Mit drastischen Beispielen machte er
klar, dass Unfälle, Verspätung des Gästeführers, Schlechtleistung oder "vertane Urlaubsfreude" - ein Begriff, der in
den Gesetzen tatsächlich auftaucht - schnell zum finanziellen Ruin des Gästeführers beitragen können. Vielen der
versammelten Gästeführern war diese Problematik bis dahin offensichtlich nicht klar gewesen, und der Rat, sich im BVGD
zu organisieren stieß auf großes Interesse. Im Anschluss sprach Dr. Eugen Trapp vom Amt für Archiv und Denkmalpflege
über "Die mittelalterliche Großstadt. Regensburg als Welterbestätte der UNESCO". Regensburg gehört seit 2006 zu
diesem illustren Kreis, und Trapp, der einen Großteil des Antrages für die Welterbe-Jury geschrieben hatte, erläuterte
den Gästen, warum Regensburg diese Auszeichnung erhalten hat. Dann ging es hinaus in die Kälte, um an den Stadtführungen
von KultTouren teilzunehmen. Den würdigen Abschluss des Tages begingen die Gästeführer in der Alten Kapelle. Die im
letzten Jahr anlässlich des Papst-Besuches eingeweihte "Benediktorgel" brachte Stiftskapellmeister Prof. Josef Kohlhäufl
zum Klingen - eine festliche Fanfare am Ende des 9. Ostbayerischen Gästeführerseminars.
Birgit Angerer
KultTouren - Verband der Regensburger Gästeführer e.V.
